Interview mit Produktdesigner spezialisiert auf Beleuchtungslösungen

Arne Fiedler

 

Von Verbatim - 21. Dezember 2018  

Verbatim präsentiert eine indirekte Beleuchtungslösung – das neue elegante „Indirect Downlight“ mit äußergewöhnlichem Sehkomfort: ultra-geringer UGR<6. Die Leuchte wurde im März 2018 der Öffentlichkeit auf der alle 2 Jahre stattfindenden Messe „Light + Building“ vorgestellt. Light + Building ist die weltweit größte Messe für Beleuchtungs- und Gebäudeservice-Technologie. Das neue „Indirect Downlight“ zeichnet sich durch seine einzigartige Bauform aus, welches das Licht erst in den Reflektor lenkt, bevor es dann indirekt emittiert wird. Die eigentliche Lichtquelle bleibt für das Auge des Betrachters unsichtbar, sodass Blendung auf ein Minimum reduziert und der Sehkomfort um ein Vielfaches erhöht wird. Die einzigartige Beleuchtungstechnologie wurde in enger Zusammenarbeit von Mitsubishi Chemicals Forschungs- und Entwicklungsteam und Arne Fiedler entwickelt. Er ist ein deutscher Produktdesigner spezialisiert auf Beleuchtungslösungen mit einem ausgezeichneten Ruf in der Beleuchtungsindustrie.

Der speziell gestaltete Reflektor minimiert die Blendung, der einzigartige Kühlkörper überzeugt mit hervorragenden Thermomanagement und sehr langer Lebensdauer. Das Ergebnis ist eine hochwertig gestaltete Leuchte mit überzeugender Optik. Die erfolgreiche Kühlkörper-Technologie wurde auch für eine weitere Leuchte des Produktsortiments verwendet, das Verbatim „Trumpet Downlight“.

 


Verbatim hatte vor kurzer Zeit das Vergnügen, Arne Fiedler in seiner Werkstatt im hessischen Walluf zu interviewen, wo wir ihn als Experten erlebten, der sich für das Design von Leuchten begeistert. Seine Werkstatt ist der Ort, an dem sich alles ereignet: Ideen werden geboren und Kreativität wird in Prototypen verwandelt.
 

Was begeistert Sie an der Lichtindustrie?

Mich begeistern die Lösungen technischer Herausforderungen in Kombination mit der Kunst, etwas herzustellen, was ästhetisch ansprechend ist. Ich nenne das „ästhetische Konstruktion“. Ich glaube, dass mechanische Anforderungen in Kombination mit ästhetischer Konstruktion das grundlegende Merkmal von Design ist.

Mein alltägliches Ziel besteht darin, Beleuchtungslösungen zu erarbeiten, die Probleme von Kunden lösen. Kunden wenden sich mit einer speziellen Projektidee an mich, und ich setze diese Idee in ein reales Produkt um und biete eine Lösung.

Mir gefällt es sehr, ein Produkt von Anfang an zu entwickeln. Es ist ein wenig wie Lego®-Konstruktion. Von der Konzeption bis zur Umsetzung in die Realität gestalte und entwickle ich, definiere Werkzeuge und stelle Prototypen her, bis das Produkt auf den Markt gelangt. Die größte Herausforderung besteht darin, etwas Einfaches herzustellen, das funktional und schön zugleich ist.


Was fasziniert Sie an Licht? Was macht Licht magisch in Ihren Augen?

Licht besitzt die außerordentliche Fähigkeit, ab dem Moment, in dem die Leuchte installiert ist und wir den Schalter umlegen, Emotionen wachzurufen: „Licht ist nicht sichtbar, es macht sichtbar.“

 

Woher beziehen Sie Ihre Inspiration?

Die wahre Quelle meiner Inspiration besteht darin, meine Augen offenzuhalten – zuzuhören, zu reisen, aufmerksam zu bleiben und aufgeschlossen gegenüber Neuem zu sein.

Zu meinen größten Hobbys gehören Robotik und Lego®-Konstruktion. Dies regt das Gehirn an und steigert die Kreativität. Ich liebe es, gemeinsam mit meinen Kindern Spielzeug zu bauen. Das Durchwühlen von Kisten von Bausteinen, das Auswählen der richtigen Einzelteile, die korrekte Montage und das Zusammenfügen stammt eigentlich aus dem Bereich der Robotik, was der Lichtindustrie wirklich sehr ähnlich ist. Es gibt unendlich viele Konfigurationen und grenzenlose Möglichkeiten, aber am wichtigsten ist es, dass die Leuchte am Ende die technischen Anforderungen erfüllt und das Problem des Kunden löst.

 

Was sind, Ihrer Meinung nach, die wichtigsten neuen Trends im Lichtdesign und wie beeinflussen diese die Anforderungen an Beleuchtung?

Leiterplatten oder PCBs sind allgegenwärtig in unserer Technologiegesellschaft. Alles von Computern bis hin zu Telekommunikation und Beleuchtung enthält PCBs in irgendeiner Form. Das Unternehmen, welches in der Lage sein wird, mehrere Technologien rund um das Gebäude zu kombinieren, wie Sensortechnologie, Heizungssteuerung, Rauchmelder und Beleuchtungssystem, wird damit zum Marktführer. Es ist nur eine Frage der Zeit. Alles dreht sich um vernetzte Systeme.

Wir müssen auf andere Weise denken, wenn wir ein Beleuchtungssystem für ein Gebäude planen. Es geht nicht mehr nur um eine Lichtquelle, sondern um die Betrachtung als Einheit - als ein vollständiges System, einschließlich Vorschaltgeräte und Reflektoren, wobei alles auf einer Platine integriert wird.

 

„Indirect“ und „Trumpet Downlights“ sind spannende Neuentwicklungen. Woher stammte die Idee hierzu und was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung dieser Leuchten?

Die größte Herausforderung bei der Gestaltung des „Indirect“ und des „Trumpet Downlights“ war der ästhetische Anspruch in Kombination mit höchsteffizientem Wärmemanagement des Kühlkörpers. Darüber hinaus musste das Design perfekt zu den Optiken passen, die vom japanischen R&D-Team in Japan entwickelt wurden.

Beim Kühlkörper erfüllt das Design zwei Zielsetzungen: exzellente Ableitung der Wärme sowie überzeugende Konvektion an der Oberfläche. Hier besteht der Schlüssel aus dem richtigen Zwischenraum der einzelnen Lamellen und der Optimierung der Oberfläche, um den Materialaufwand auf ein Mindestmaß zu reduzieren und dennoch eine ausreichende Wärmeleitung, mechanische Stabilität und Formherstellung im Druckgußverfahren zu ermöglichen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem R&D-Team von Mitsubishi resultierte in einem Produkt, das alle Marktanforderungen erfüllt und einen hervorragenden visuellen Komfort bietet.

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